Hochalpiner Herbstgenuss für die Sarganserländer

Im Oktober durften wir den Veloverein RSV Pizol für ihren Herbstausflug bei uns im Tal begrüssen.
Als ein Mitglied Ende letzter Saison durchs Val Müstair fuhr, war er begeistert vom Tal und sagte zu den Anderen „da müssen wir im Herbst unseren Bikeausflug planen, denn es ist traumhaft schön mit all diesen Farben“.
Deswegen verlegte der RSV seinen Bikeausflug extra von normalerweise immer im Sommer auf Ende Saison. Die Guides waren etwas nervös, in Anbetracht des Wetters und der Tourenplanung Mitte Oktober – Schnee und Kälte können gerade hochalpinen Touren schnell einen Strich durch die schöne Rechnung machen. Petrus war uns jedoch mehr als nur gut gestimmt; das Wetter war traumhaft und wir konnten die hochalpinen Touren wie geplant durchführen.
Nicci und Simu begrüssten am ersten Tag 18 Teilnehmer, davon fünf Ladies. Die Gruppe war bunt durchmischt und reichte von Ex-Strassenprofis über Downhillfahrer bis hin zu Iron-Man Teilnehmern, jungen Endurofahrern, E-Biker und sonstigen Bikefreaks.

Die erste Tour – Valbella und Tras la Val bis Müstair – startete mit dem längsten Uphill der drei Tage. Ganz nach dem Gusteau von Lukas, denn #lukasliebtuphills; was natürlich ironisch gemeint ist, denn für Downhillracer Lukas geht es am liebsten nur den Berg runter – je schneller desto besser. Trotzdem, der Hashtag ist geblieben und wird jetzt rege genutzt. Zusätzlich war der Uphill noch anstrengender wie üblich, da an diesem Tag extra viel Schlamm auf den Rädern klebte. Dennoch konnten sie das schöne Valbella bei angenehmen Temperaturen geniessen und waren pünktlich um 14.00 Uhr im Hirschen Lü für eine Portion leckere Capuns – für einmal anderst als gewohnt, mit Gerstensuppe anstatt Käsesauce, sowie in den Versionen mit Brät und Vegi.

Auch am zweiten Tag herrschte wieder Traumwetter. Und weil‘s so schön ist, reisten frühmorgens nochmals vier Teilnehmer von der Sarganserregion an. Mit zwei Shuttles ging‘s mit Romex hoch auf den Stelvio, von wo es dann über den Goldseetrail runter nach Prad ging. Ein paar kleine Pannen und Stürze inklusive sammelte die Truppe viele Tiefenmeter.
Nach einem Mittagsstopp auf der Stilfseralm ging es gut genährt mit Knödel, Hirtenmaccharoni und Kaiserschmarrn, mit vollem Bauch zum letzten knackigen Trail-Uphill. Danach ging es mit dem Flow runter nach Prad zum Gelati und Kaffee. Dank dem Pick-up von Romex ging es gemütlich per Shuttle zurück zum Hotel Stelvio in Sta. Maria, wo Coni und Stefan schon mit einem leckeren Abendessen auf die Pizoler warteten.

Der dritte Tag stand unter dem Motto «Going high – Piz Umbrail». Ein Blick hinauf vom Tal her stimmte unsere Guides nachdenklich: Die Gipfel waren weiss und von unten ist es immer schwer abzuschätzen, wieviel Schnee effektiv oben auf die Biker wartet. Wir liessen uns überraschen und so ging es per hike a bike hoch zum Gipfel. Die war wohl die längste Bikeschlange je – zum Glück war es nicht mehr Hochsaison und wir trafen unterwegs keine Wanderer an. Alle Teilnehmer meisterten die steinigen Kletterpassagen – was nicht selbstverständlich ist bei diesen Verhältnissen. Schliesslich sind die Sarganserländer keine Stadtmenschen sondern auch quasi «Bergler».
Auf dem Gipfel angekommen, hatten alle einen riesigen Smile auf dem Gesicht und mit über 3‘000 Metern, war der Piz Umbrail, für die Meisten der höchste Berg, auf dem sie jemals mit einem Bike waren. Während alle damit beschäftigt waren, Gipfelfotos zu machen oder sich im Gipfelbuch zu verewigen rauchte Lukas erst einmal seine Pfeife und freute sich auf den bevorstehenden Downhill.
 
Die erste Passage war Snowbiken: Von griffigem Pulver bis zu weicherem Sulzschnee. Beim See genossen alle die Aussicht bevor es dann Richtung Val Vau ging und Lukas unseren Guide Nicci auf dem Singletrail jagen konnte. Im Tal angekommen hatten sich alle ihren Burger im Hotel Helvetia verdient.
 
Es verlief alles perfekt an diesen drei Tagen, auch dank Bettina und Beda die alles organisierten. Alle Teilnehmer waren begeistert und posten immer noch fleissig auf den sozialen Medien, wie schön es bei uns im Val Müstair war. Natürlich fehlt der neue Hashtag #lukasliebtuphills nie.